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Kaiserwinkl Austrian Open 2020

Nach dem Corona-Lockdown und einem ungewöhnlich leeren Himmel über Kössen fieberte das Team vom PDC Kaiserwinkl schon lange diesem Tag entgegen. Alle waren voller Vorfreude, als am Donnerstag, dem 26.06.2020, die „Kaiserwinkl Austrian Open 2020 – österreichische Staatsmeisterschaften“ starten konnte. Ein Wettbewerb im Gleitschirmfliegen, bei dem nicht nur die besten österreichischen Piloten/-innen um den Staatsmeister/-innen-Titel kämpften, sondern auch hochkarätige internationale Beteiligung am Start war.

Besorgt aufgrund der durchwachsenen Wettervorhersage, aber top motiviert, nahm das Team des PDC Kaiserwinkl die knapp einhundert Athleten und Athletinnen in Empfang. Nach der Anmeldung und einem ersten Briefing ging es mit der Gondelbahn hinauf auf den Unterberg. Oben angekommen setzten auch schon bald die ersten Regenschauer ein und die Stimmungslage sank. Kaiserschmarrn und Käsespätzle in der Bärenhütte trösteten die Teilnehmer/-innen und Veranstalter/-innen. Doch die Rennleitung besaß viel Geduld und ein gutes Gespür und so konnte am späten Nachmittag ein Task mit immerhin 25 km geflogen werden. Im Zickzack ging es nach Westen Richtung Walchsee, zurück zum Unterberg, wieder nach Westen, bevor das Goal am Landeplatz wartete. Immerhin 14 Teilnehmer/-innen schafften es ins Ziel, was wieder einmal zeigt: In Kössen geht’s fast immer!

Die Wettervorhersage für den nächsten Tag kündigte ähnlich „schlechtes“ Wetter an wie am Tag zuvor. Leider zogen bereits am späten Vormittag die ersten Schauer durch und die Piloten/-innen mussten abermals in der Bärenhütte ausharren. Dennoch war das Taskkomitee zuversichtlich, mit etwas Glück wieder einen kleinen Task durchzubringen. Eine 44 km lange Strecke Richtung Waidring war geplant. Kurz vor Racestart wurde die Aufgabe allerdings von der Wettbewerbsleitung gestoppt, nachdem einige Piloten Level 2 und Level 3 Statusmeldungen gefunkt hatten. Der Westwind war einfach zu stark, was das Erreichen des Ziels zu einem Ding der Unmöglichkeit machte. Die meisten Piloten/-innen kehrten direkt zum Landeplatz zurück, viele spiralten ab und so konnte man Anti-Gs in Hülle und Fülle bestaunen.

Der Samstag bescherte uns den wettermäßig besten Tag und die Teilnehmer/-innen wurden mit dem Sessellift zum Gipfelstartplatz gebracht. Es wurde ein Task mit knapp 80 km Länge angesetzt. Das Rennen begann alles andere als optimal, da sich zwei Piloten beim „Aufdrehen“ zu nahekamen und mit dem Rettungsschirm im Baum notlanden mussten. Den beiden ist aber zum Glück nichts passiert und sie konnten durch den Heli 3 und die Bergrettung geborgen werden. Die restlichen Teilnehmer/-innen setzten das Rennen fort. Für sie ging es Richtung Wilder Kaiser und weiter zum ersten Wendepunkt südlich von Ellmau. Der zweite Wendepunkt führte die Piloten/-innen zu den Waidringer Buckeln, weiter zum Zahmen Kaiser und in den Endanflug Richtung Kössen. Der Task war anspruchsvoll und viele Piloten/-innen wurden zur Außenlandung gezwungen. Immerhin schafften es 24 Athleten/-innen ins Ziel.

Als toller Abschluss konnte auch am vierten und letzten Tag nochmal geflogen werden. Die Piloten/-innen hatten einen 55 km langen Task zu absolvieren, der sie quer durch den Kaiserwinkl führte. Zunächst ging es zum Zahmen Kaiser, dann zur Bergkette im Norden des Walchsees, weiter zur Steinplatte und zurück nach Kössen. Die Bedingungen waren an der ein oder anderen Stelle wieder recht tricky, vor allem der „Bayrische Wind“ machte einigen Piloten/-innen zu schaffen. Dennoch kämpften sich 41 Athleten/-innen bis ins Ziel. Hut ab!

Das Wetter lies uns auch am Sonntagnachmittag nicht im Stich und so konnten wir direkt am Landeplatz die Siegerehrung feiern. Als Ehrengäste waren der Kössener Bürgermeister Reinhold Flörl sowie Christian Fritz als Vertreter des TVB Kaiserwinkl geladen. Der Gesamtsieg ging an den Weltklasse-Athleten Aaron Durogati aus Italien. Stefan Brandlehner (AUT) und Alexander Schalber (AUT) holten sich den zweiten und dritten Rang.

In der Serienklasse gewann Stefan Brandlehner (AUT) vor Herbert Holaus (AUT) und Jan Jares (CZ). Bei den Damen wurde das Teilnehmerinnenfeld von Elisabeth Egger (AUT) angeführt. Die Plätze 2 und 3 gingen an Ewa Korneluk-Guzy (GER) und Ramona Eckert (GER).  In der Sportklasse wurden Lokalmatador Robert Straif (AUT) vor Dominik Asteiner (AUT) und Timon Weber (GER) geehrt.

Für die österreichische Staatsmeisterschaft wurden Task 3 und 4 verwendet. Alexander Schalber konnte sich die meisten Punkte erfliegen und darf sich nun österreichischer Staatsmeister im Gleitschirmfliegen nennen. Die Silbermedaille ging an Christoph Eder, Bronze an Stefan Brandlehner. Der Titel der österreichischen Staatsmeisterin wurde an Elisabeth Egger vergeben. Elisabeth Eisl holte sich Silber und Emilia Górska Bronze.

Danke an alle Teilnehmer/-innen und Helfer/-innen für den erfolgreichen Bewerb. Es hat uns sehr viel Freude bereitet. Einen herzlichen Dank auch an unsere Sponsoren: Kaiserwinkl, Flywear und Fluggeräte GmbH.